Über mich

„Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht Euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“

(George Bernard Shaw)

Über mich – Qualifikationen

  • Jahrgang 1981, verheiratet (geb. Pusack), eine Tochter
  • Studium der Psychologie mit Diplomabschluss an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Seit 2017 in der Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (Psychotherapeutin i.A.) am Institut für Verhaltenstherapie in Berlin, mit Schwerpunkt kognitive Verhaltenstherapie und integrativem Therapieansatz
  • Psychotherapie unter Supervision in der ambulanten Versorgung von Menschen mit psychischen Störungsbildern laut ICD-10/11, vor allem für Menschen im Autismus- oder ADHS-Spektrum 
  • Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (HeilprG)
  • Fachweiterbildung in Autismuspädagogik (Zertifikat)
  • Zahlreiche Fortbildungen zu Autismus-Spektrum-Störungen und AD(H)S
  • Weiterbildung zur Verwendung der Autismus-bezogenen Testverfahren ADOS-2 und ADI-R durch Autismus Deutschland 
  • Erstellung eines 16-stündigen Weiterbildungsmoduls mit praktischen Anwendungen zu den Grundlagen der Autismus-Spektrum-Störung für das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin

Frühere Erfahrungen:

  • Leitung des Fachdienstes Autismus im Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin (ALBBW) mit Zertifizierung als „Autismus-gerechtes Berufsbildungswerk“ durch Autismus Deutschland; das ALBBW bietet mehr als 35 Berufsfelder für junge Menschen mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf
  • Psychologin in der klinischen Geriatrie
  • Psychologische Dienste und Vertrauensstelle für Gewaltprävention in einer anthroposophischen Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen
  • Psychologin im Betreuten Wohnen für Erwachsene mit Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen
  • Psychologin in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
  • Psychologin für schuldistante Kinder und Jugendliche im schulischen Umfeld
  • Tätigkeit in der Psychoonkologie im Rahmen der Erlangung des Diplomgrades
  • Praktikum im geschlossenen Strafvollzug

Ich habe Menschen schon immer gemocht, ganz egal, wie sie aussehen, wie alt sie sind oder was sie für „Macken“ haben. Wer ist denn schon wirklich „normal“? Und muss man das überhaupt sein? Ich glaube, jeder Mensch hat eine einzigartige Geschichte, die ihn geprägt hat. Manche sind gradlinig, andere sind holprig, wieder andere verzweigen sich. Als Therapeutin finde ich es wichtig, jede einzelne dieser Geschichten zu würdigen, mit Empathie anzunehmen und nach den Gründen für ihre Entwicklung zu suchen. Ich gehe immer auf die Besonderheiten in den Menschen ein und will das Besondere in jedem zum Strahlen bringen. Mein Ziel ist es, dass auch Sie Ihren eigenen Glanz erkennen.

Warum mir die Arbeit mit Menschen im Autismus- und ADHS-Spektrum besonders am Herzen liegt:

Besonders gerne arbeite ich mit Menschen im Autismus-Spektrum oder mit ADHS. Ich habe viele Erfahrungen in der Diagnostik, Psychotherapie und als Leitung des Fachdienstes Autismus im Annedore-Leber-Berufsbildungswerk gesammelt, wo bei Betroffenen komorbid oft auch eine ADHS-Symptomatik vorlag. Trotz der großen individuellen Unterschiede, die bei Menschen mit Autismus und ADHS existieren, gibt es immer wieder ähnliche Herausforderungen.

Soziale Situationen sind für viele autistische und von ADHS betroffene Menschen oft überwältigend. Häufig ist nicht klar, was erwartet wird, ob es bestimmte Regeln gibt oder ob man den anderen richtig verstanden hat. Viele Autist:innen sind Meister:innen im Anpassen – sie beobachten und analysieren das Verhalten anderer und versuchen, es nachzuahmen, um nicht aufzufallen. Bei neurotypischen Menschen geht das oft ganz intuitiv und ohne großen Aufwand, aber bei autistischen Menschen ist es ein sehr bewusster, anstrengender Prozess, der viel Energie kostet und oft zu Erschöpfung führt.

Zudem kommt es bei vielen Menschen im Autismus-Spektrum zu Wahrnehmungsbesonderheiten, zum Beispiel bei Geräusch- oder Lichtempfindlichkeit, was das Risiko einer Reizüberflutung verstärken kann und auch bei ADHS oft zu beobachten ist. 

Was eine Psychotherapie für autistische oder von ADHS betroffene Menschen erreichen sollte:

Ein Ziel einer Autismus- oder ADHS-bezogenen Psychotherapie ist es, Frühwarnzeichen für Überforderung zu erkennen und zu handeln, bevor ein Meltdown oder Shutdown eintritt, der anschließend viel Zeit für die Erholung braucht, oder Schwierigkeiten in der Selbstorganisation nicht mehr so leicht zu kompensieren sind. 

Wichtig ist es, herauszufinden, welche Dinge sich ändern lassen und welche mit Strategien kompensiert werden sollten. So lässt sich eine Geräuschempfindlichkeit zwar nicht einfach wegtrainieren, aber mit geräuschreduzierenden Kopfhörern lässt sich die Wirkung stark mindern. Organisationsschwierigkeiten werden weiterhin bestehen, können mit gewissen Tools jedoch ganz gut in den Griff bekommen werden. 

Das beste Ergebnis wäre, dass Menschen im Autismus- oder ADHS-Spektrum sich selbst und ihre Eigenheiten akzeptieren und ihr Umfeld so gestalten können, dass es ihren Bedürfnissen entspricht – ganz ohne ständige Anpassungsprozesse. Oft ist es so, dass sich das Umfeld mit weniger Aufwand anpassen kann, anstatt dass der autistische oder von ADHS betroffene Mensch sich immer anpassen muss. Niemand würde einem Menschen mit Sehbehinderung raten, mehr zu kämpfen, um ein Buch zu lesen. Auch bei autistischen Menschen und ADHS’ler:innen sollte man eher darauf setzen, Hilfsmittel bereitzustellen. Leider ist die Einschränkung bei Autisten und Menschen mit ADHS oft nicht sofort sichtbar, was sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein kann.